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Rathausmehrheit lässt Lübecker Kleingärten im Stich

  • Autorenbild: Jonas Bernzen
    Jonas Bernzen
  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Jan.

20. Januar 2026, Lübeck: Im Bauausschuss hat die Verwaltung den Kleingartenentwicklungsplan vorgestellt – ein Konzept, das den langfristigen Erhalt der Lübecker Kleingärten sichern und den rund 8.000 Parzellenpächterinnen und -pächtern eine verlässliche Perspektive geben soll. Doch die Rathausmehrheit aus CDU, Grünen und FDP hat zentrale Weichenstellungen blockiert.


Unterstützung für den Kreisverband abgelehnt

Die SPD-Fraktion hatte beantragt, die Hansestadt Lübeck solle den Gemeinnützigen Kreisverband Lübeck der Gartenfreunde e.V. dabei unterstützen, eine Personalstelle zu schaffen, die die Funktionsfähigkeit des Verbandes als Generalpächterin sicherstellt. Ob dafür eine finanzielle Beteiligung der Stadt notwendig wäre, sollte erst nach Prüfung entschieden werden.


CDU, Grüne und FDP lehnten dies ab. Vertreter der drei Fraktionen argumentierten, der Kreisverband müsse eine solche Stelle selbst organisieren, da Kleingärtnerinnen und Kleingärtner „privilegiert“ seien.


„Das geht weit an der Realität vorbei,“ sagt Julian Lange, Mitglied im Bauausschuss. „Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sind Menschen, die sich ihren Freiraum erarbeitet haben. Die meisten verfügen nicht über ein eigenes Haus mit großem Garten. Von Privilegien zu sprechen, ist schlicht unangebracht. Wenn wir den Kleingartenentwicklungsplan ernst nehmen, brauchen wir auf Seiten des Kreisverbands Strukturen, die einen Dialog auf Augenhöhe ermöglichen.“


Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag der SPD-Fraktion, der sicherstellen sollte, dass gravierende Umwandlungen von Kleingartenflächen nur im Einvernehmen mit den betroffenen Pächterinnen und Pächtern entwickelt werden.


Der Antrag lautete: „Im Bereich von Kleingärten dürfen Maßnahmen von (Teil-)Umwandlung nach dem Kleingartenentwicklungskonzept nur dann entwickelt werden, wenn über deren Umfang und den dazugehörigen zeitlichen Planungshorizont mit den jeweiligen Kleingärtnern Einvernehmen erzielt wurde.“


Die SPD-Fraktion bekräftigt ihre Haltung: „Wir stehen fest an der Seite der Kleingartenvereine und setzen uns konsequent für den Erhalt und den bedarfsgerechten Ausbau von Kleingartenflächen ein,“ so Lange. Bereits 2015 hatte die SPD einen Beschluss initiiert, der den Vereinen mehr Handlungsspielräume verschafft – diese Beschlüsse gelten weiterhin.

Dialog wird fortgesetzt

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die SPD-Fraktion die Lübecker Kleingartenvereine zu einem Austausch eingeladen, an dem auch Bürgermeister Jan Lindenau teilnahm. „Wir werden den Dialog mit den Vereinen fortsetzen,“ sagt Dr. Marek Lengen, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion. Ein weiteres Gespräch ist für das Frühjahr geplant – nun allerdings unter den veränderten politischen Vorzeichen, die CDU, Grüne und FDP gesetzt haben.


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