Statt Streichung Weiterentwicklung: SPD-Fraktion setzt Prüfauftrag für den Nachtverkehr durch
- Jonas Bernzen

- 25. Juni
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25. Juni 2026, Lübeck: Die Lübecker Bürgerschaft hat beschlossen, das Lümo bis Ende des ersten Halbjahres 2027 zu verlängern. In dieser Zeit soll die Verwaltung konkrete Nachfolgeoptionen für den stadtweiten Nachtverkehr entwickeln und dem Bauausschuss vorlegen. Grundlage ist ein Änderungsantrag der SPD-Bürgerschaftsfraktion, der eine ersatzlose Einstellung des Nachtverkehrs ausschließt. CDU, FDP und AfD stimmten gegen den Antrag.
„Nahverkehr ist keine Kür, sondern Pflicht – auch nachts. Wer in Lübeck spät arbeitet oder abends unterwegs ist, muss sich darauf verlassen können, dass der ÖPNV funktioniert. Eine ersatzlose Streichung würde dieses Versprechen brechen und Menschen zurücklassen, die auf ein verlässliches Angebot angewiesen sind. Deshalb haben wir durchgesetzt, dass es keine Einstellung ohne echte Alternative gibt. Die Verwaltung wird jetzt prüfen, wie ein tragfähiges Nachfolgemodell aussehen kann – eines, das ÖPNV-Integration, Barrierefreiheit und Stadtteilgerechtigkeit sicherstellt.“, sagt Peter Petereit, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion Lübeck.
Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des bestehenden Nachtbusnetzes der Stadtwerke Lübeck Mobil mindestens zwei Ansätze zu untersuchen: Der erste Ansatz sieht einen taxibasierten Linienbedarfsverkehr vor, bei dem konzessionierte Taxifahrzeuge die Erschließung als ÖPNV-Taxi übernehmen. Der zweite Ansatz setzt auf Kleinbusse, die dieselben Linien auf Anforderung bedienen – ein sogenannter Bedarfslinienverkehr. Beide Modelle müssen hinsichtlich Realisierbarkeit, Kosten und Zeitrahmen bewertet werden. Darüber hinaus sind Mindeststandards einzuhalten: ÖPNV-Integration, Versorgung außerhalb der Tagesbedienzeiten, Barrierefreiheit und Stadtteilgerechtigkeit.
Der Nachtverkehr erfüllt eine zentrale Daseinsvorsorge-Funktion:
Die Nachfrage ist zeitlich konzentriert und räumlich zerstreut – strukturell anders als im Tagesverkehr. Spätschichtarbeitende, Gastronomiebeschäftigte und Menschen ohne PKW sind auf ein verlässliches Angebot besonders angewiesen. Eine ersatzlose Streichung würde überproportional vulnerable Gruppen treffen und dem Grundsatz einer stadtteilgerechten Mobilitätsversorgung in Lübeck widersprechen.
Die SPD-Fraktion wird den Prozess aktiv begleiten – mit dem klaren Ziel, dass Lübeck auch nachts für alle erreichbar bleibt: in der Innenstadt ebenso wie in den Außenstadtteilen. Ein stadtweites Angebot, das alle Stadtteile gleichwertig erschließt, ist für uns nicht verhandelbar. Wir laden alle demokratischen Fraktionen ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen – zum Wohl aller Lübeckerinnen und Lübecker.

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