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Nah bei den Menschen – und unverzichtbar für unsere Stadt: SPD-Fraktion gratuliert zum Jubiläum und würdigt drei Jahrzehnte Gemeinwesenarbeit in Lübecks Quartieren

Autorenbild: Jonas Bernzen
Jonas Bernzen
vor 24 Minuten
2 Min. Lesezeit

31. Oktober 2026, Lübeck: Seit 30 Jahren sind die Lübecker Nachbarschaftsbüros Anlaufstelle, Treffpunkt und Motor für gute Nachbarschaft. Jörn Puhle, SPD-Bürgerschaftsmitglied und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, und Renate Prüß, Mitglied der SPD-Bürgerschaftsfraktion und Vorsitzende des Sozialausschusses, gratulieren den Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen zum Jubiläum.

 

Die Geschichte der Nachbarschaftsbüros beginnt mit einer Antwort auf eine dunkle Zeit: Nach den Brandanschlägen auf die Lübecker Synagoge beschloss die Bürgerschaft 1995, die städtische Jugend- und Sozialarbeit zu verstärken – trotz angespannter Haushaltslage. Im März 1996 öffneten die ersten Büros in Kücknitz und im Hudekamp. Heute arbeiten zehn pädagogische Fachkräfte auf acht Planstellen an fünf Standorten: Wisbystraße, Hudekamp, Vorwerk-Falkenfeld, Eichholz und St. Lorenz-Süd. Seit 2025 ist die Gemeinwesenarbeit zudem im "Campus Moisling" aktiv.

 

"Die Idee war 1996 so einfach wie richtig: Soziale Arbeit gehört dorthin, wo die Menschen leben", sagt Jörn Puhle. "Die Nachbarschaftsbüros erreichen Familien, Kinder und Jugendliche früh – bevor aus Sorgen Krisen werden. Ob Spielmobil in den Sommerferien, Jugendgruppenleiter-Ausbildung oder Elternkurse: Hier wird Prävention ganz praktisch. Wer wissen will, was das bewirkt, muss nur Lebensläufe wie den von Burhan A. lesen, der als Kind im Hudekamp Halt gefunden hat und heute selbst Vater und Betriebswirt ist. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, die diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben."

 

Die Bandbreite der Arbeit ist groß: Soziale Beratung zu Anträgen, Behörden und Wohnen, Deutsch- und Lernangebote, Nachbarschaftsfrühstücke, interkulturelle Treffen und politische

Bildung. In der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Beratungen auf fast 6.000 in zwei Jahren. Rund 100 Ehrenamtliche tragen die Angebote mit. Für ihren Fahrradkurs für Frauen erhielten die Nachbarschaftsbüros 2012 den Integrationspreis des Landes Schleswig-Holstein.

 

"Die Nachbarschaftsbüros sind soziale Infrastruktur – so wichtig wie Straßen und Schulen", betont Renate Prüß. „Sie halten unsere Stadtteile zusammen, gerade dort, wo Armut, Einsamkeit und Sprachbarrieren den Alltag schwer machen. Als freiwillige Leistung standen sie mehr als einmal auf der Streichliste. Dass es sie nach 30 Jahren noch gibt, verdanken wir dem Einsatz vieler Menschen und der verlässlichen Partnerschaft mit den Wohnungsunternehmen. Für uns als SPD ist klar: "Diese Arbeit braucht eine sichere Finanzierung – jetzt und für die nächsten 30 Jahre. Dafür haben wir uns partei- und fraktionsübergreifend engagier."



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