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Lübeck, den

Verkehrswende infolge Corona:
Mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger:innen!

1,50 m Abstand wird von Corona bedingt in vielen Lebensbereichen verlangt, - in Läden, bei Veranstaltungen und im öffentlichen Raum. Peter Petereit, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Jetzt muss das gesellschaftliche Leben in gut ab gewägten Schritten wieder aufgenommen werden, öffentliche Räume und Einrichtungen sollen wieder für alle Menschen nutzbar sein. Dies geschieht beim Einkauf und im öffentlichen Personennahverkehr unter anderem durch die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Maske. Auf Wegen und Plätzen gilt jedoch weiterhin das 1,5-m-Abstandsgebot. Da wird es auf manchem Gehweg verdammt eng!“

"Die neuen Abstandsregeln werden uns sicherlich Monate begleiten, wenn nicht gar Jahre", so Tilmann Bracher, Verkehrsforscher und Leiter des Forschungsbereichs Mobilität beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), der auch sagt: "Jetzt ist die Zeit, um unsere bisherigen Vorstellungen zu überprüfen, neu zu bewerten und den Platz anders zu verteilen."

„Das gilt insbesondere für Fußgängerinnen und Fußgänger“, findet Ulrich Pluschkell, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion. „Auf den in Lübeck vielerorts schmalen Gehwegen können die Menschen den notwendigen Abstand nicht einhalten. Einige weichen deshalb auf Fahrbahnen und Radwege aus und gefährden damit sich selbst und andere. Das funktioniert momentan noch aufgrund der Kontaktsperre und weil viele Menschen im Homeoffice arbeiten. Wenn der Verkehr aber wieder zunimmt, müssen andere Lösungen gefunden werden. Wir brauchen mehr verkehrsberuhigte Bereiche, nicht nur in der Altstadt, sondern überall dort, wo es für Fußgänger und Fußgängerinnen zu eng ist.“

In verkehrsberuhigten Bereichen dürfen Fußgänger:innen die Straße in ihrer ganzen Breite nutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt. Der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit einhalten; wenn nötig warten. Der Fahrverkehr darf aber auch nicht unnötig behindert werden. Das Parken ist auf dafür gekennzeichneten Flächen zulässig.

Ein verkehrsberuhigter Bereich muss baulich so angelegt sein, dass der typische Charakter einer Straße mit getrennten Verkehrsräumen (Fahrbahn, Gehweg, Radweg) nicht vorherrscht. In Lübeck wird dies in der Regel durch einen niveauausgleichenden Ausbau (Pflasterung) der Straße erreicht. „Die teuerste Variante“, findet Pluschkell, „muss aber nicht zwangsweise umgesetzt werden. Mit Baumpflanzungen, wechselseitigen Parkständen, punktuellen Fahrbahngestaltungen und Einengungen wird der Zweck auch erreicht.“

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