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Lübeck, den

SPD – Lübeck setzt sich für eine gute hausärztliche Versorgung ein.

Expertenrunde: wenn wir nichts tun, droht in 10 Jahren in Lübeck eine ärztliche Unterversorgung

Die SPD-Fraktion der Lübecker Bürgerschaft hatte zu einem Fachgespräch zur Sicherung einer flächendeckenden (haus-)ärztlichen Versorgung in Lübeck eingeladen.

Gemeinsam mit dem Sozialsenator Sven Schindler, dem Kreisstellenleiter der KV Herrn Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Bobrowski, dem Vorsitzenden des Lübecker Ärztenetz e.V. Herrn Dr. med. Soecknick sowie Herrn Zwaka von der Zulassungsabteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein wurde dieses Thema beleuchtet. Weitere Allgemeinmediziner und Bruno Böhm vom Seniorenbeirat waren der Einladung gefolgt.

Die Vertreter:innen der Ärzte sehen keine „weißen Flecken“ in Lübeck. Auch auf dem Priwall und in Karlshof könne jeder Bürger, mit Hilfe des ÖPNV, eine Hausarztpraxis gut erreichen.

Herr Dr. Bobrowski stellt fest: „Die 110 % Überversorgung Lübecks, die die Kassenärztliche Vereinigung berechnet, sei irreführend. Es werden lediglich die Anzahl der Ärzte auf die Einwohner mit Erstwohnsitz in Lübeck berücksichtigt; ob ein Arzt 80 Stunden oder 35 Stunden arbeite, werde nicht berücksichtigt“. Senator Schindler ergänzte: „In der Versorgungsberechnung werden die jährlich rund 2,5 Millionen Übernachtungen von Touristen und ca. 5.000 Studierende ohne Hauptwohnsitz nicht berücksichtigt.“

Die Ärzt:innen sehen, wenn Politik nicht gegensteuert, die Ärzteversorgung auch in Lübeck in Zukunft gefährdet. Herr Dr. Soecknick berichtete von Kreisen, die schon heute Studienkosten von mehreren 10.000 Euro übernehmen, wenn die jungen Student:innen sich verpflichten, nach dem Studium sich als Hausarzt dort niederzulassen. Diesen Kampf um Ärzte werde es auch - in paar Jahren - in Lübeck geben. Verschärft werde die Situation, durch die hohe Anzahl von Studienabbrechern und die viel zu wenigen Studienplätze. Der Diabetologe Herr Dr. Dorvous macht auf die präventive Bedeutung des Essverhaltens aufmerksam: „Wir können auch etwas für den Erhalt unserer Gesundheit tun. Die mangelnde Kenntnis über gesunde Ernährung sei erschreckend. Es sei wichtig, dass bereits früh in den KiTas und in den Grundschulen mit der Aufklärung über gesundes Essen begonnen werde. Dies könnte dazu führen, dass die Anzahl der Arztbesuche abnehme.“

Herr Dr. Soecknick betonte noch einmal, die Bereitschaft des Ärztenetzes mit der Politik zusammenzuarbeiten. Das heutige Treffen sei ein guter Anfang gewesen. Auch wenn Politik vor Ort nur Rahmenbedingungen setzen kann, so stellten die Ärzt:innen klar, dass Sie gemeinsam mit der Politik in den Dialog mit den Kolleg:innen treten wolle, um die flächendeckende Versorgung in Lübeck dauerhaft zu sichern.

Peter Petereit (SPD-Fraktionsvorsitzender): „Wir müssen uns heute mit der ärztlichen Versorgung beschäftigen, ansonsten droht uns in ca. 10 Jahren auch in Lübeck eine schwierige Situation. Wir müssen uns heute um geeignete Maßnahmen kümmern. Dabei sind viele Themen auf landes- und bundespolitischer Ebene anzugehen, wie z.B. das System der ärztlichen Budgetierung oder die aktuell noch deutlich, zu geringe Anzahl vorgehaltener Studienplätze an den medizinischen Hochschulen. Kommunalpolitik muss auf dieses Thema aufmerksam machen und kann Rahmenbedingungen für eine gute und für die Lübecker:innen möglichst wohnortnahe Struktur schaffen. In der nächsten Expertenrunde wird es um die konkrete Situation in den einzelnen Stadtteilen gehen. Wir als SPD werden uns auch weiterhin für eine gute wohnortsnahe ärztliche Versorgung einsetzen.“

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