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Lübeck, den

Bürgerschaft beschließt Nullwertmessung auf Niemark!

Entsorgung von AKW Bauschutt in Lübeck bleibt ein Ärgernis!

„Wir wollen wissen, was für Zeug da auf unsere Mülldeponie kommt, deshalb brauchen wir die Nullwertmessung!“, sagt der umweltpolitische Sprecher der SPD Dr. Marek Lengen. Die Nullwertmessung eiche praktisch die Mülldeponie Niemark auf einen Nullwert, weil es in der Umwelt immer auch einen Rest an Strahlung gibt, der rausgerechnet oder rausgefiltert werden muss, wenn wir die Strahlung des „freigemessenen Mülls“ überprüfen wollen. Die Nullwertmessung, die dank der Stimmen von SPD, CDU und FreieWähler&GAL in der Bürgerschaft beschlossen wurde,  sei zwar nur ein kleiner aber wichtiger Baustein zum Schutz vor möglicherweise schwach strahlendem Bauschutt, so Marek Lengen.

„Die Art und Weise der Zwangszuweisung des Grünen-Umweltministers darf als skandalös bezeichnet werden: Albrecht hat die Zwangszuweisung immer noch nicht zurückgezogen. Was das Alles gerade jetzt in der Pandemie soll, begreift kein Mensch, aber gut, dass wir jetzt schnell als Stadt gemeinsam gehandelt haben, und z.B.  inzwischen auch eine repräsentative Umfrage läuft.“, ergänzt SPD-Fraktionschef Peter Petereit.

Warum ist das gut? Natürlich ist die Umfrage nur ein Baustein, um die Zwangszuweisung nicht kampflos und ergeben hinzunehmen. Die Mehrheit in der Bürgerschaft ist ja außer dem Bündnis aus AfD, B90-Grünen und FDP klar gegen eine solche Aufnahme des AKW-Bauschutts,  und die Gründe und Argumente hat die SPD-Fraktion mit ihrem Physik-Experten Dr. Marek Lengen den Vertreter:innen der Verharmlosungsfront aus AfD, B90-Grünen und FDP ja versucht, näher zu bringen. Und nun ist nach Angaben von Peter Petereit eben auch interessant, wie die Stimmung unter den Lübecker:innen ist.

„Es wird vom Kieler Minister versprochen, dass in Lübeck nicht mehr als 10 Mikrosievert zusätzliche Strahlungslast ankommen würden – wir lehnen dieses Freimessungskonzept ab. Denn: Bei einer uneingeschränkten Freigabe laut Strahlenschutzverordnung ist selbst dieses nicht mehr nachzuverfolgen, weil der Schutt dann juristisch nicht mehr „strahlt“ und überall in den Wertstoffkreislauf gelangen darf. Es ist also möglich, aus immer mehr Atomkraftwerkabrissen immer mehr 10 Mikrosievert-Portionen nach Niemark zu bringen. Dies ließe sich also beliebig steigern. Und das ist das Fatale an dem Freimessungskonzept. Denn selbst wenn es nur 10 Mikrosievert zusätzliche Strahlenwirkung sind, die Niemark erreichen würden, würde dies statistisch eine zusätzliche Krebsrate von 1-2 Krebspatienten jährlich bedeuten“, zitiert Dr. Lengen wissenschaftliche Kolleg:innen.

„Jeder von uns mag für sich abwägen, ob dieses zusätzliche Risiko hinnehmbar ist, wo es doch auch ohne radioaktiven Schutt bereits in ganz Deutschland jährlich etwa 500.000 neue Krebsfälle gibt, bzw. jährlich etwa 250.000 Todesfälle durch einen Krebszusammenhang. Auf Lübecks Einwohner statistisch heruntergerechnet sind es jährlich insgesamt 1.375 Krebsfälle bzw. 687 Todesfälle. Jeder einzelne Krebsfall ist einer zu viel. Und hier bei der Schuttdeponierung können wir etwas verhindern – und das sollten wir auch tun“, sagte Dr. Marek Lengen, um die Notwendigkeit einer Nullwertmessung zu verdeutlichen.

Mit den vorgeschlagenen sogenannten Nullwertmessungen können wir wenigstens feststellen und sorgfältig dokumentieren, was bereits durch kosmische Höhenstrahlung und Einwirkungen durch Gestein in Lübeck an Strahlung auftritt. Wir sind dann vorbereitet und können künftige Deponie-Anlieferungen selbst kontrollieren und bewerten.

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