Der Sprecher des Arbeitskreises Jugend der
SPD-Bürgerschaftsfraktion Jan Lindenau erklärt:
"Die Chipkarte für bedürftige Kinder und
Jugendliche, die Bundessozialministerin von
der Leyen ins Gespräch gebracht hat, ist der
falsche Weg, um die gesellschaftliche Teilhabe
und die Bildungschancen von bedürftigen Kindern
besser zu fördern.
Ziel muss es sein, die Bildungsinfrastruktur
für alle Kinder und Jugendlichen kostenfrei
anzubieten und so allen den uneingeschränkten
Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe
diskriminierungsfrei anzubieten. Ein solches
Angebot muss sowohl eine tägliche Mahlzeit beinhalten,
wie auch Bildungsangebote, die Mitgliedschaft
in Sportvereinen oder den Besuch von kulturellen
Einrichtungen.
Wir haben in Lübeck bereits vor fast zwei Jahren
ein zukunftsweisendes Modell eingeführt, um
bedürftigen Kindern und Jugendlichen den Zugang
zur Bildung zu gewährleisten: den Lübecker Bildungsfonds.
Unbürokratisch, schnell, direkt und vor Ort
in Kitas und Schulen wird der individuelle Bedarf
ermittelt und die notwendigen Ressourcen bereitgestellt,
damit niemand aufgrund mangelnder finanzieller
Möglichkeiten vom Mittagstisch in der Schule
oder von Ganztags- und Bildungsangeboten ausgeschlossen
wird. Wir wollen die bestehenden Strukturen
weiter stärken, Kooperationen und Zusammenarbeit
der Akteure vor Ort fördern, statt neue Bürokratie
zu schaffen und Datenautobahnen einzurichten.
Der Auftrag des Bundesverfassungsgerichtes
ist klar und unmissverständlich: Eine Neuberechnung
der Leistungen für Hartz IV-Bezieher mit Kindern
ist Auftrag an den Gesetzgeber."