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Lübeck, den 22. April 2010
Lässt Ryanair Lübeck sitzen?

Der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion Peter Reinhardt erklärt:

"Alle fliegen, nur Ryan-Air nicht. Zahlreiche Kunden, die sich in den vergangenen Wochen der irischen Fluggesellschaft anvertraut haben, haben auch die schlechten Service-Leistungen und mangelnde Zuverlässigkeit zu spüren bekommen. Es wurde Südeuropa angeflogen, aber Nordeuropa hat man ausgelassen.

Ryanair verspricht der Hansestadt Lübeck nach erfolgreicher Umsetzung des Planfeststellungsverfahrens die Einrichtung einer Base, gibt hierzu aber keine schriftliche Erklärung ab. Anderseits muss die Hansestadt Lübeck Millionen zur Rechtssicherheit des Planfeststellungsverfahrens vorab investieren.

Von der Hansestadt werden Investitionen in Millionen-Höhe erwarten. Gleichzeitig scheut Ryan-Air davor zurück, eine schriftliche Zusage für eine Base abzugeben.

Die Frage eines leitenden Mitarbeiters der Lufthansa, warum die Hansestadt das Unternehmen Ryan-Air in Lübeck jahrelang ohne Gegenleistung subventioniert, ist nicht neu. Sie sollte den Wählerinnen und Wähler beim Bürgerentscheid allerdings zudenken geben.

Führende Politiker des bürgerlichen Lagers argumentieren wie im Blindflug und ohne Blick auf die tatsächlichen Kosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für ein Ja beim Bürgerentscheid:

  • Herr Zander bleibt den Lübeckerinnen und Lübeckern eine Antwort schuldig, wenn er bei der Frage nach der Sanierung der Straßen in unserer Stadt mit Vehemenz andere, deutlichere politische Prioritäten einfordert. Gleichzeitig verlangt er pauschal dafür, den Rotstift bei freiwilligen sozialen Leistungen in unserer Stadt anzusetzen. An dieser Stelle sollte Herr Zander dann aber auch so ehrlich sein, dass Gleiches auch für die Millionen gilt, die die Hansestadt Lübeck in den kommenden Jahren aufbringen muss, um den Fortbestand und den Ausbau des Lübecker Flughafens zu finanzieren. Auch darüber stimmen die Wählerinnen und Wähler am Sonntag ab.
  • Damit nicht genug! Was treibt einen Herrn Dr. Mildner bei der Frage nach der Finanzierung des Lübecker Straßen-Netzes über Leasing-Modelle diskutieren zu wollen. Wir Lübeckerinnen und Lübecker spüren die Auswirkungen solch´ famoser Ideen doch täglich am eigenen Leib und Auto an der Mautstation für den Herrentunnel.
  • Die Spitze aber leistet sich Herr Schalies. Er handelt unverantwortlich, wenn er den Vertrag mit Infratil aus dem Jahre 2005, bei dem ein Verlust von rund 33 Millionen € auf dem Konto der Flughafengesellschaft verbucht werden musste, als ordentlich bezeichnet und einen solchen Vertrag heute wieder so schließen würde. Hier zeigt sich schon ein seltsames Verständnis von Verantwortung, Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Fazit: Die Gewinne werden bei Ryan-Air gemacht. Die Stadt macht wie gehabt Verluste! Die Flughafenbefürworter setzen falsche Prioritäten!"