Der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion
Peter Reinhardt erklärt:
"Man kann es nur noch als Unverschämtheit
werten, was sich der Innenminister des Landes
gegenüber der zweitgrößten Stadt
des Landes erlaubt. Die Angriffe auf die Lübecker
Politik sind haltlos und haben nichts mit der
Wirklichkeit zu tun. Schlie will mit seinen
Tiraden von seinem eigenen Scheitern ablenken.
Ein Hinterhof-Innenminister und vorgezogener
Wahlkämpfer hat seine eigenen Hausaufgaben,
den Landeshaushalt in den Griff zu bekommen,
nicht gemacht. Herr Schlie sollte mit seinen
Vorwahlkämpferischen Muskelschwundspielchen
aufhören.
Die gestrigen Andeutungen des Innenministers
des Landes Klaus Schlie, den in der Bürgerschaft
beschlossenen Haushalt der Hansestadt nicht
genehmigen zu wollen, sind ein Trauerspiel.
Sie sind ein weiteres Mosaiksteinchen für
eine gegen die Hansestadt gerichtete Politik
von schwarz-gelb in Kiel. Wer einen Betrag von
5.000,- €, die 2010 zusätzlich im
Budget des Fachbereichs für ein Modellprojekt
zur kostenlosen Abgabe von Verhütungsmitteln
bereit gestellt wird, als Begründung für
den Vorwurf heranzieht, dass Lübeck nicht
sparen will und gleichzeitig ganz locker die
zulässigen Kassenkredite um lumpige 60
Millionen aufstockt, argumentiert politisch
unseriös.
Konkrete Vorschläge zur Verbesserung der
Haushaltssituation von Städten und Gemeinden
fehlen seit langem. Die lautstarke Geschwätzigkeit
und die sich dahinter verbergende erschreckende
Rat- und Tatenlosigkeit der neuen schleswig-holsteinischen
Landesregierung sind schon lange eine schwere
politische Hypothek nicht nur für unsere
Stadt.
Städten und Gemeinden dürfen von
Bund und Land nicht ständig neue Aufgaben
übertragen werden. Gleichzeitig wird den
Kommunen von Bund und Land ständig dreist
in die Taschen gegriffen, die finanzielle Basis
genommen. Der politische Kurswechsel ist überfällig.
Herr Minister, gehen sie an ihren Schreibtisch,
machen sie ihre Schulaufgaben und legen endlich
konkrete Vorschläge auf den Tisch, um Verwaltungsabläufe
zu vereinfachen.
Herr Minister Schlie, ihre gestrige Ankündigung
ist wegen Befangenheit und Voreingenommenheit
ein peinliches Trauerspiel."