Stadtzeitung

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Lübeck, den

Kreuzfahrt-Irrsinn beenden

Unüberlegte und unausgegorene Vorschläge haben die Debatte um ein Kreuzfahrtterminal in Lübeck-Travemünde neu entfacht. Wer ernsthaft glaubt, im Naturschutzgebiet am Brodtner Ufer oder Priwall im Wasser neue Kaianlagen aufschütten zu können, der macht deutlich, weder von Wirklichkeit noch von Wirtschaftlichkeit etwas zu verstehen. Bereits bei der Olympia-Bewerbung im Jahr 2003 wurde im Rahmen der Prüfung möglicher Marina-Bauten festgestellt, dass solche Anlagen zu einer Versandung der Einbauten im Wasser durch veränderte Wasserströmungen beitragen und es zu regelmäßigen Ausbaggerungen kommen muss. Auch die Schaffung der nötigen Infrastruktur für die Ver- und Entsorgung der Kreuzfahrtschiffe, der Transport der Passagiere und die Zufahrt sind unrealistisch. Wir halten es für sehr fraglich, dass ein Kreuzfahrtterminal an diesen Stellen wirtschaftlich betrieben werden kann. Es handelt sich jeweils um einen solitären Standort, der hohe Investitionskosten erfordert. Diese kann Lübeck nicht stemmen. Touristisch profitiert Lübeck heute schon von vielen 100.000 Tagesgästen, die von den Kreuzfahrthäfen, Hamburg, Kiel und Wismar zu uns kommen. Übernachtungszahlen wird ein Kreuzfahrterminal in Lübeck nicht steigern, weil alle Gäste diese Infrastruktur an Bord des Schiffes haben.

Autor: Jörg Hundertmark

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